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Wie Earl Crawley als Parkplatzwächter vermögend geworden ist.

Mit einem Mindestlohn als Parkplatzwächter ein sechsstelliges Vermögen schaffen? Mit unter 20.000 Dollar Gehalt im Jahr ein Aktienportfolio von 500.000 Dollar schaffen? Ist das Fastlane oder nicht? Die Antworten darauf und die Geschichte von Earl Crawley findet ihr im folgenden.

Aus meiner Sicht ist die Geschichte sehr inspirierend und aufschlussreich. Ein jeder von uns kann sich daran ein Beispiel nehmen, da Earl Crawley mit vergleichsweise wenig Geld ein Vermögen geschaffen hat. Aus meiner Sicht ist die Geschichte aber auch ein Warnsignal.

Die Geschichte von Earl Crawley

Als ich 2008 zum ersten mal von Earl Crawley hörte war er 69 Jahre alt. Er war zu dem Zeitpunkt über 44 Jahre als Parkplatzwächter für eine Bank tätig und hat nie mehr als 20.000 Dollar im Jahr verdient. Er besaß dennoch ein Aktienportfolio von 500.000 € und ein vollständig abbezahltes Haus.

Mr. Earl, wie er von vielen genannt wird, hatte eine schwierige Kindheit. Mit 4 Jahren wurde er mit seinen Schwestern und seinem Bruder in dem Museum St. Elizabeth’s Orphanage untergebracht, nachdem seine Mutter an Tuberkulose erkrankt ist. Es dauerte mehrere Jahre bis seine Mutter gesund wurde und seine Familie wieder zusammengekommen ist.

Als Teenager fing er bereits an zu arbeiten. Er musste jedoch einen erheblichen Teil an seine Mutter abdrücken, damit die Familie aus den Einnahmen unterstützt werden konnte. Er hatte im Vergleich zu vielen anderen Menschen einen sehr großen Nachteil: Er war und ist Legastheniker.

Wer Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat, tut sich selbstverständlich bei der Jobsuche schwer. Für ihn kamen daher nur praktische Jobs in Frage. Dazu zählen Jobs wie Rasenmähen, Hausreinigungen und eben Parkplatzwächter. Er zog aus dieser Tatsache eine Schlussfolgerung. Er wusste, dass er nur über die Runden kommt, wenn er genug Geld bei Seite legt. Aus seiner Sicht war es ihm unmöglich viel Geld zu verdienen und unter diesem Aspekt, ist ein frugaler Lebenstil durchaus sinnvoll.

Was ein frugaler Lebenstil ist und ob dieser Lebenstil der Weg zum Reichtum ist, findest du in diesem Beitrag.

In den 1960er Jahren war Mr. Earl verheiratet und hatte drei Kinder. Er ernährte sich und seine Familie zu dem Zeitpunkt mit 80 Dollar pro Woche. Die Sparsamkeit und die Genügsamkeit sorgten dafür, dass 80 Dollar für die ganze Familie reichte. Er hatte diese Eigenschaften aus seiner Vergangenheit von seiner Mutter übernommen und war so in der Lage seiner Familie ein anständiges Leben zu finanzieren.

Aber dennoch stellt sich die Frage, wie er ein so großes Vermögen anhäufte. Sparsamkeit hin oder her, Mr. Earl hatte keine Bildung und war Legastheniker. Wie konnte er also das schaffen, was viele mit deutlich besseren Voraussetzungen nicht schaffen?

Ein Bekannter hat Mr. Earl die Augen geöffnet. Er sagte ihm, dass er mit seinen begrenzten Möglichkeiten vorsorgen muss. Falls er das nicht tun würde, könnten im Alter große finanzielle Probleme folgen. Dieser Bekannte wurde zu einem Lehrer und Mentor. Das war der Anfang, aber nicht das Ende. Mr. Earl war vielleicht ungebildet, aber alles andere als dumm. Sein Arbeitsplatz lag in der Nähe von verschiedenen Finanzinstituten und das machte er sich zu nutze.

Der Investor Mr. Earl

Mr. Earl machte von seiner Neugier gebrauch und stellte den Menschen, die ihr Auto auf dem Parkplatz abstellten, immer wieder Fragen. Er interessierte sich dafür, wie sie ihr Geld verdienten, wie die Finanzwirtschaft funktioniert und vor allem lernte er den Zinseszinseffekt kennen. Er hörte Bankern, Maklern und Anwälten zu und lernte so immer mehr.

Stop working so hard and let the money work for you!  – Earl Crawley

Sein Ziel wurde, das Geld und die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Er fing mit Sparmarken und Sparbriefen an und fing später an in Investmentfonds zu investieren. Über 15 Jahre investierte er so regelmäßig 25 Dollar pro Monat und hatte in den späten 1970er Jahren ein Vermögen von ca. 25.000 Dollar angehäuft.

Anfang der 1980er Jahre fing er an in dividendenstarke Aktien wie Coca-Cola, IBM und Caterpillar zu investieren. Heute würde man ihn als HODLer bezeichnen. Er kaufte diese Aktien und verkaufte sie nicht. Stattdessen kaufte er zu günstigen Zeitpunkten nach.

Mit dieser scheinbar simplen Strategie baute er bis zum Jahre 2007 ein Vermögen von ca. 500.000 Dollar auf. Nach dieser Zeit ist wenig über Mr. Earl bekannt. Was können wir aus der Geschichte von Mr. Earl lernen?

Sparsamkeit zahlt sich aus

An dem Beispiel von Mr. Earl wird deutlich, wie wichtig Sparsamkeit bei der Vermögensbildung ist. Am Ende des Tages ist es egal, wie viel du verdienst. Es zählt das Plus am Ende des Monats. Ich kenne Menschen, die wirklich einen Haufen Kohle verdienen, aber nicht in der Lage sind gut damit zu haushalten.

Zeit und Zinseszinseffekt

Bei der Geschichte von Mr. Earl spielt Zeit die wichtigste Rolle. Nur weil er über vier Jahrzehnte dauerhaft und regelmäßig investierte war er erfolgreich. Hätte er später mit seiner Anlagestrategie begonnen oder hätte er früher damit aufgehört, wäre nie ein Artikel über Mr. Earl geschrieben worden. Hier findest du einen Zinseszinsrechner, mit dem du den Zeitpunkt deiner finanziellen Freiheit berechnen kannst.

Bildung ist nicht alles

Bildung ist wichtig, aber nicht alles. Bildung ist kein Indikator dafür, dass du reich wirst. Viele Professoren und Doktoren sind nicht reich und sind nicht in der Lage mit Geld umzugehen. Neugier, der Wille ständig zu lernen und insbesondere finanzielle Bildung helfen dabei reich zu werden.

Glück hilft

Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Glück. Mr. Earl hat irgendwann mit Stockpicking angefangen und sich die richtigen Titel ausgewählt – und Glück gehabt. Er hat selbstverständlich eine sinnvolle Strategie angewandt und zu günstigen Zeiten Titel nachgekauft. Aus meiner Sicht gibt es viele private Einzelinvestoren, die ähnliches versuchen und keinen guten Riecher bei der Auswahl der Aktien haben. Mr. Earls Geschichte ist so besonders, weil sie eine Ausnahme bildet. Ich will nicht wissen, wie groß die Zahl der Investoren ist, die über so einen langen Zeitraum scheitern.

Eine individuelle Strategie

Immer wieder wollen Menschen ein Patentrezept, um reich zu werden. Vor allem beim Investieren vertrauen viele auf Finanzexperten, Influencer oder Youtuber, die zu der einen oder zu der anderen Anlagestrategie raten. Eine Anlagestrategie sollte jedoch IMMER auf die eigene Situation zugeschnitten werden. Wie viel Kapital besitzt du? Wie viel Geld nimmst du ein, wie viel gibst du aus? Gehst du gerne hohe Risiken ein oder nicht? Welchen Zeithorizont setzt du für deine Anlage an? Diese Fragen wird jeder anders beantworten. Daraus ergibt sich dann die individuelle Anlagestrategie.

Ist Mr. Earl Fastlaner?

Abschließend lässt sich sagen, dass Mr. Earl KEIN Fastlaner ist. Fastlaner sind Menschen, die in kurzer Zeit reich werden möchten. Earl Crawley ist im Grunde genau das Gegenteil eines Fastlaners und das soll nicht wertend klingen. Er hat Geld und Zeit für sich arbeiten lassen. Er hat gut vorgesorgt und hat sicherlich keine finanziellen Schwierigkeiten. Er hat jedoch auch sein Leben lang als Parkwächter gearbeitet und aufgrund seines frugalen Lebensstils auf viele schöne Dinge verzichtet.

Erwähnungen

  • Fastlaners
  • #AnjunaSoleiré! #Konservativ #noGesinnungsmief
  • Ralf Bauerfeind

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4 Gedanken zu “Wie Earl Crawley als Parkplatzwächter vermögend geworden ist.”